Das Wochenende ist zwar vorbei, der Leerstand jedoch nicht… !

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Wir blicken auf ein erfolgreiches Wochenende zurück: politische Aktionen, Skillsharing und Workshops, Volxküche und immer wechselndes Abendprogramm.

Bei den vormittäglichen Workshops hätten wir uns zwar ein wenig mehr Beteiligung gewünscht, doch ob Live-Konzert auf den Gutleutmatten oder Technoparty mit kleinem Feuerwerk vor dem besetzten Haus; das Abendprogramm war jedes Mal ein gut-besuchter Erfolg!

Denn auch Passant*Innen fühlten sich eingeladen mit uns zu feiern und sich solidarisch gegenüber den Aktionen zu zeigen. Die spontane Beteiligung bei der Vorbereitung und Durchführung der Aktionen hat uns sehr geholfen und gezeigt, dass wir nicht die einzigen sind, die sich die Stadt selber machen! Wir hoffen, dass sich in Zukunft weiter Menschen mit uns vernetzen, um Aktionen zu planen und Freiburg auf den Kopf zu stellen. Wir haben mit diesem Wochenende gezeigt, dass selbst im verschlafenen Freiburg noch Aktionspotential schlummert und die Häuser nur darauf warten besetzt zu werden.

Dieses Wochenende war nur der Auftakt in die Kampagne Stadt Selber Machen, weitere Aktionen wie Vorträge, Kino und Besetzungen sind zu erwarten.

Wir sehen uns auf den Straßen, den Plätzen und in den Häusern.

Stadt ist was du daraus machst!

Symbolische Hausbestzung in der Betholdstraße 22!

Im Rahmen der Kampagne „Stadt selber machen“ wurde am Samstag, den 25.07.2015 das Haus in der Bertholdstraße 22 nach einer Nachttanzdemo und anschließender Feier auf dem Platz der alten Synagoge symbolisch besetzt. Das Gebäude befindet sich in Freiburgs Innenstadt, im Erdgeschoss befindet sich das Thomas Cook Reisebüro, die Wohnungen in den darüberliegenden Etagen stehen leer.

Haus besetzt! Betholdstraße 22, 25.07.2015

Wir haben das Haus besetzt, denn Leerstand ist kein Zustand!

Durch diese Besetzung wollen wir auf die wesentlich größere Problematik des immensen Leerstands in Freiburg aufmerksam machen. Denn dieses Haus ist nur eines von vielen leeren, ungenutzten Häusern, obwohl ein permanenter Wohnraummangel besteht. Menschen mit geringem Einkommen werden aus der Stadt gedrängt, sei es durch ‚Entmietung‘ aus Spekulationsgründen oder weil sie sich die seit Jahren kontinuierlich steigenden Mieten schlicht nicht mehr leisten können.

Das ist Gentrifizierung, ein klares Zeichen, dass sich die Politik mehr dafür interessiert die Stadt für Tourismus attraktiv zu machen und die unternehmerische Profitgier zu unterstützen als die grundlegenden Bedürfnisse der Einwohner*innen zu sichern.

Wenn sich Menschen dann selbst organisieren und versuchen ihr Grundbedürfnis nach Wohnraum zu befriedigen indem sie sich ungenutzten Wohnraum aneignen werden sie unter dem Vorwand des Hausfriedensbruchs kriminalisiert um die kapitalistischen Interessen der BesitzerInnen zu verteidigen, die nach einer Schicksanierung die Miete mehr als verdoppeln können.

Diese Aktion ist ein Ausdruck der Forderung nach Freiräumen jenseits von Diskriminierung, Hierarchie und Kapitalismus.
Gleichzeitig ist es eine Aufforderung an alle:
Bringt euch ein, organisiert euch selbst, solidarisiert euch, werdet aktiv!

Stadt ist was ihr draus macht – Nehmt euch das was euch gehört!

Vokü und Konzert auf Gutleutmatten

Menschen Mampf und Mukke

Am Freitag, den 24.07.2015, haben wir, die Wagengruppe „Sand im Getriebe“, im Rahmen der „Stadt selber machen-Aktionstage“ die Brache Gutleutmatten mit Leben gefüllt. Wir machen mit einer öffentlichen Essensausgabe und einem Konzert darauf aufmerksam, dass bereits vor gut zwei Jahren, nämlich am 9. Juni 2013, Wägler_innen eine Zwischennutzung bis Baubeginn dieser Brache gefordert hatten.

Stattdessen wurde ohne rechtliche Grundlage von der Polizei mit einer Beschlagnahme der Wohnungen gedroht. Bis heute ist außer ein paar Straßen nichts gebaut worden. Ein Wagenplatz stört hier nicht und könnte diese Fläche nach wie vor wunderbar beleben.

Auch heute sagen und fordern wir nichts anderes als das, was vor zwei Jahren gesagt worden ist:

„Das Wohnen in Großstädten ist oftmals von Vereinzelung und der gesellschaftliche Alltag vom Konkurrenzprinzip geprägt. Dem Grau der Wohnghettos wollen wir ein buntes Leben in Gemeinschaft, das auf den Prinzipien der Gleichberechtigung und Solidarität beruht, entgegenstellen. Wir brauchen und fordern einen neuen Wagenplatz für Freiburg, da der einzige selbstverwaltete Wagenplatz in Freiburg den Bedarf nach dieser Lebensform seit langem nicht mehr decken kann. Aber die Suche nach Alternativen wurde von Seiten der Stadt Freiburg aktiv blockiert und verhindert.“

Und es kommt noch bitterer, das 3-Häuser-Projekt, welches auf den Gutleutmatten bauen wird, hatte uns angeboten, ihr Baugrundstück bis Baubeginn zu bewohnen. Dies wurde von der Stadtverwaltung nicht genehmigt, obwohl diese mehrmals betont hat, dass sie private Lösungen begrüßt und unterstützt. Stattdessen werden Menschen, die im Wagen leben, seitens der Stadtverwaltung und Ordnungsbehörden kriminalisiert, schikaniert und sogar obdachlos gemacht.


Leerstand ist kein Zustand!

Für eine Stadtentwicklung von unten statt von oben!

Für mehr Wagenplätze!

Mukke auf Gutleutmatten

Weg sind wir noch lange nicht

Ruhe vor dem Sturm